Ich bin mir ziemlich sicher: Dieser Christof ist eigentlich ein echt guter Typ. So einer, mit dem man nachts um halb zwei irgendwo im Backstage steht, warmes Bier in der Hand, und plötzlich führt man ein überraschend gutes Gespräch über Musik, Leben, warum man das alles eigentlich noch macht. „Ich hoffe, die Bilder von Slayer sind dieses Mal was geworden.“ Und: „Der Security hat schon nach zwei Songs abgewunken. Und das nicht wegen der Pyros.“
Und man denkt: Den merk ich mir.

Und dann schreibt dieser Mensch ein Buch.

Und man liest das, sitzt irgendwo, vielleicht auch mit einem Bier, und wartet. Darauf, dass genau dieser Moment wiederkommt. Dieses Echte, dieses Unangestrengte. Aber es kommt nicht. Stattdessen: Geschichten, die man so oder so ähnlich schon kennt. Nur mit anderen Namen. Und eine Sprache, die unbedingt lustig sein will, so sehr, dass sie dabei komplett verkrampft.

Spätestens auf Seite 66 (haha) denkt man: Vielleicht liegt’s an mir. Vielleicht verstehe ich den Humor einfach nicht mehr. Zwei Seiten später weiß man: Doch. Leider schon.

Und dann dieses Sterbekapitel. „Anekdoten, Exzesse und wilde Geschichten“. Man liest das und denkt: schwierig. Da wird plötzlich vom Tod des Kindes von Eric Clapton erzählt, und man merkt, dass hier jemand Fallhöhe mit Wirkung verwechselt. Was bleibt, ist ein seltsames Gefühl zwischen Betroffenheit und Fremdscham.

Vielleicht ist das das Problem: Dass dieser Christof als Figur im echten Leben besser funktioniert als in der eigenen Inszenierung. Dass man ihm lieber zuhört als ihn liest.

Ich würde wirklich gern ein anderes Buch von ihm lesen. Eines, in dem er nicht versucht, witzig zu sein. Eines, in dem er einfach erzählt, was war. Nachts um halb zwei, mit einem warmen Bier in der Hand. Ohne Pointe. Ohne Augenzwinkern.

Weil man diesem Typen eigentlich zuhören will. Nur eben nicht so.