5000 Menschen. Gefühlt 5000 Mädchenstimmen. Balingen, Marktplatz. Und irgendwo dazwischen Montez. Allein vorne auf der Bühne. Hinter ihm eine Band, die jeden Applaus verdient hat: zwei Gitarren, Bass, Backgroundgesang, Piano. Schlagzeug! Solider deutscher Pop, der keine Angst vor echten Instrumenten hat.

Aber vorneweg Christoph Sakwerda. Ein junger Musiker, der sicherlich auch schon einer eigenen Band würdig wäre.
Dann Montez. Er wirkt dabei gar nicht wie der große Star. Eher wie der sympathische Typ von nebenan. Flache Witze, viel Gequatsche mit dem Publikum, Geschichten aus Norwegen, Werbung fürs neue Album wie bei QVC und die ehrliche Beichte, dass Jägermeister vor Konzerten künftig gestrichen ist.
Die Leute? Können sowieso jede Zeile. Wirklich jede. Bei „Niemand ist wie du“ hat vermutlich jede*r gedacht, der Song sei heute Abend nur für sie geschrieben worden. Später passt dann der ganze Platz gemeinsam auf sein Herz auf. Und zwischendurch geht es immer wieder: Auf & Ab.
Nach Balladen wird wieder getanzt. Nach Midtempo wieder geklatscht. Bis in die letzten Reihen. Und als das Konzert pünktlich um 21.53 Uhr endet, will eigentlich niemand gehen. Stattdessen singt der halbe Marktplatz noch „Stand by Me“, während Montez immer wieder stehen bleibt, sich verbeugt, noch ein Selfie macht und offenbar selbst noch gar nicht nach Hause möchte.
Irgendwann ziehen die gut gekleideten Menschen leise pfeifend in die warme Sommernacht.
Es ist Sommer. Mehr kann man das kaum spüren.
